2. E-Kontrollfischen an der Wolthauser Mühle

2. E-Kontrollfischen an der Wolthauser Mühle
Termin: 22.11.2008

Meerforellen in der Örtze

Bei einem 2. E-Kontrollfischen vor dem Mühlenwehr in Wolthausen ging den „Kontrolleuren“ ein Meerforellenmilchner
( „Männchen“) von 68 cm Länge in die Maschen des Fangnetzes.

Außer diesem großen Exemplar wurden noch weitere Meerforellen zwischen 50 bis 70 cm Länge an der Wasseroberfläche gesichtet und 4 von 55 cm Länge gefangen. Diese 5 gefangenen und zum Ablaichen in die Örtze aufgestiegenen Meerforellen wurden registriert und dokumentiert und anschließend schonend, oberhalb des Wehres, wieder in ihr Element zurückgesetzt. Dort können sie nun, wie vor fast 100 Jahren, ihrem Laichgeschäft nachkommen, so hoffen die Mitglieder der Aller-Oker-Lachsgemeinschaft (AOLG), der auch die Fischereivereine an der Örtze von Poitzen bis Wolthausen angehören sowie die Interessengemeinschaft Gewässerschutz Örtzetal e.V.(IGÖ e.V.).
Die dokumentierten Wandersalmoniden werden auf ein Alter von 4 bis 7 Jahre geschätzt. Sie haben ihre ersten 2 bis 3 Lebensjahre in der Örtze verbracht, sind dann flussabwärts ins Meer abgewandert und lebten in der Nordsee bis zur Geschlechtsreife.
Zur Fortpflanzung suchen die Meerforellen, wie die Lachse, ihren Geburts- und Aufwachsfluss wieder auf. In der Zeit zwischen Oktober und Dezember/Januar laichen sie ab.
Es ist schon erstaunlich und faszinierend sich vorzustellen, dass die am 22.November 2008 in der Örtze gefangenen Meerforellen einen solch langen Weg, voller Strapazen und Gefahren, zurückgelegt haben.
Der Fisch auf dem Foto ist die Weser aufwärts geschwommen, hat dort zwei große Wehre und schließlich in der Aller drei weitere Hindernisse über so genannte Fischwanderhilfen überwunden um schließlich in der Örtze, am Mühlenwehr in Wolthausen, am weiteren Aufstieg gehindert zu werden. Immerhin ein mühevoller Weg von insgesamt mehr als 250 km, die unsere Meerforellen gegen die Strömung anschwimmen mussten.
Aber in Wolthausen ist Schluss. Dieses Wehr können die Fische, wie auch die in der Örtze vorkommenden Kleinstlebewesen z.Zt. noch nicht, oder gegebenenfalls nur bei extremen Hochwasser überwinden.